René Wirths

Seit vielen Jahren male ich Dinge aus dem alltäglichen Leben. Jedem einzelnen Gegenstand, jedem einzelnen Bild gebiert dabei ein großes Maß meiner Achtsamkeit und das jeweils über einen vergleichsweise langen Zeitraum.

Es entstehen singuläre, durch diese kontemplativen Prozesse beseelte, Kunstwerke, in denen der einzelne Gegenstand durch diese, noch dazu meist stark vergrößerte, Abbildung eine massive Interpretation erfährt, die in der Regel als Aufwertung erfahren wird.

Das körperliche Objekt wird zu einem Motiv, einer geistigen Idee, und durch die malerische Bildwerdung zu einem individuellen Gegenüber für den Betrachter. Dieser kann sich im Spiegel dessen damit identifizieren.

Es stellte sich mir irgendwann die Frage: was passiert mit dem Motiv, also mit dieser reinen Bild-Idee, wenn ich dieses wieder entindividualisiere, indem ich den Aspekt der einzigartigen und handwerklich aufwändigen Herstellung außer Kraft setze und - durch Verkleinerung -  die Spuren dieser Prozesse verwische und es der Reproduzierbarkeit aussetze?

Nicht zuletzt weil ich sie für sehr geeignet halte, wollte ich die Motive, die ich der Welt entnehme, um sie zu malen und damit singulär heraus zu heben, der Welt in einer anderen Form zurückgeben, um zu sehen, ob es zu einer Art Rückkoppelung kommen kann, wenn diese, erneut als alltägliche Gebrauchsgegenstände, nun an andere Individuen gebunden und somit durch diese interpretiert und nochmals neu bewertet, quasi neu beseelt werden.

Das Motiv wird so zu einem Teil der gesellschaftlichen Identität eines Individuums, das er nun anderen Individuen als Spiegelbild anbieten kann.

Website: http://www.renewirths.de

Künstler René Wirths